Zweite Heimat Malaysia

16 Februar 2008

Mopeds, Mopeds, Mopeds

Gestern abends wollte ich mit meinem Mitbewohner noch schnell in einem Einkaufszentrum in der Nähe eine Software holen. Dort existiert noch ein Laden wo man Piraten-Software bekommt, wie man das hier nennt. Die gefälschten DVDs sind mittlerweile fast komplett aus dem Stadtzentrum verschwunden. Vorher war KL ein Paradies für gefälschte Produkte. Es gibt sie aber immer noch, man muss nur mehr danach suchen. Ich kaufe sowas natürlich nicht!

Da es schon recht spät und viel Verkehr war, wollte Gazza (mein Mitbewohner) das Moped nehmen. Also Helme geschnappt und los gings, ich als Sozius hinten drauf ins Abenteuer Berufsverkehr mit erhöhten Adrenalinspiegel für mich. Mit dem Moped ist man nämlich deswegen wesentlich schneller weil um die Autos herumfährt wie um Slalomstangen. Dabei kann es recht eng werden. Die Locals sind darin aber ware Künstler und sind darin seit der Kindheit geübt. An einer Ampel fuhren wir links (in Malaysia herrscht Linksverkehr) an der Autoschlange vorbei, dabei würde es einmal so eng das wir mit der Fußraste an der Bordsteinkante schliffen. Er meinte hinterher, es war meine Schuld, da ich so steif hintendrauf saß. Mann sollte sich locker machen und den Bewegungen des Mopeds folgen, mitfließen, Eins werden mit dem Moped. Auf dem Rückweg ging es dann schon besser.




Moped sind hier ein beliebtes, preisgünstiges und vorallem im Berufsverkehr schnelles Verkehrsmittel und in ländlichen Gebieten sieht man schon Schüler die damit herumdüsen. Gleichzeitig ist man auf Mopeds aber auch einer wesentlich höheren Gefahr ausgesetzt. Der Malaysier neigt ja sowieso zu einer etwas waghalsigeren Fahrweise.

In den Städten, besonders nachts, kommen die Mopedfreaks aus ihren Löchern. Die auf teils getuneten (oder am Schalldämpfer herum geschraubt) Mopeds fahrenden Jungendliche sind mal allein oder in ganzen Gangs unterwegs. Dabei wird manchmal mit 100 Sachen um Autos herumgekurvt oder diverse Stunts vollführt (auf dem Hinterrad fahren). Dieser Trend ist hier viel diskutiert, von den Medien in eine kriminelle Ecke gedrängt und wird mittlerweile mit erhöhten Polizeikontrollen bekämpft. Gefährlich ist es allemal. Der lokale Jargon für die Jungs ist "Mat Rempit".



auf der Autobahn gibt's kein Morgen

Unter den Mopedfahrern hat sich hier eine ganz eigene Mode etabliert. Die Jacken werden dabei verkehrt herum angezogen und hinten offengelassen, das sorgt für gute Lüftung. Als ich Freunde von mir fragte warum sie die Jacke falsch herum oder überhaupt anziehen (schnell friert man hier nicht wirklich) meinten sie, daß man auf die Art wesentlich schneller die Jacken an und ausziehen kann und das T-Shirt darunter bleibt sauber während der Fahrt.
Dann gibt es noch Mopeds die als fahrende Snack- und Brotläden umgebaut sind. Unglaublich was man alles auf Moped bekommt. Selbst komplette Familie passen da drauf.

Selbst ein kompletter Brot- und Snackladen passt aufs Moped...


... oder ein ganze Familie


... diverse sperrige Gegenstände


.. und Korb voll Hühner


... und ne Zeitung, falls man mal Rot an der Ampel hat.




In anderen Ländern in Südostasien ist das noch extremer, vorallem von der Menge der Mopeds. Da ist Malaysia schon fast langweilig dagegen und ein gutes Einstiegsland (und Testgelände) für die weitere Reise nach Norden.

Der berüchtigte Verkehr in Vietnam:



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