Zweite Heimat Malaysia

14 Februar 2008

Malaysia liebt Plastik(tüten)

Gestern habe ich eine kurzen Abstecher zu den Batu Caves im Norden von KL gemacht, da ich dort nicht war seit die knapp 43m hohe Lord Murugan-Statur fertig gestellt wurde. Ende Januar war das Thaipusam Hindu-Fest bei dem immer zehntausende zu den Batu Caves ziehen. Ob es nun übriggebliebener Müll der Massen vom Thaipusam war oder ob es immer so aussieht, weiß ich nicht, aber die 272 Stufen die hinauf zur Höhle führen waren gut mit Plastikmüll bestückt.


Müll an der Treppe zu den Batu Caves


Zur Ehrenrettung der Batu Caves eine vorteilhaftere Perspektive ;)

Schade, daß eine solche Einrichtung nicht ordentlich saubergehalten werden kann (wie leider öfters in Malaysia zu sehen), schließlich handelt sich um eines der Highlights auf der Liste von KL-Touristen.
Zumindest die vielen Affen haben ihren Spaß mit dem Müll zu spielen und nach etwas Eßbaren zu suchen. Vielleicht ist es ja ein geschicktes Ablenkungsmanöver die Affen davon abzuhalten den Besuchern Gegenstände zu klauen.


Spannender Müll

Aber Malaysia liebt Plastik. Der klassische billige Plastikgartenstuhl erinnert mich immer an Malaysia wenn ich wieder in Deutschland bin. Gemütlich draußen unteren Wellblechdach auf einem Plastikstuhl am Plastiktisch sitzen, einen Fresh Orange aus dem Plastikglass trinken und ein Roti from Plastikteller zu essen. Und wenn's mal eilig ist dann gibt's einen Teh Tarik (indischer Teh mit viel Kondensmilch, so etwas wie das malayische Nationalgetränk) zum mitnehmen (bungkus) in einer Pastiktüte mit Plastikstrohhalm, zugebunden mit einer Plastikschnur. Aber eigentlich möchte ich das gar nicht missen, das verbindet mich mit malaysischer Gemütlichkeit und die Plastikstühle sind sogar recht bequem.


Malaiisches Restaurant mit meinen geliebten Plastikstühlen

Nervig wirds aber bei den Plastiktüten denen man hier kaum ausweichen kann. Es gibt kaum eine Person die man unterwegs sieht die nicht gerade eine Plastiktüte in der Hand hat, denn egal was man kauft, ob es nun Obst, Gemüse, Klamotten, Snacks, eine Rolle Plastiktüten oder sonstwas ist, man bekommt es in einer Plastiktüte überreicht. Und falls das Produkt mal etwas schwerer ist dann bekommt man es halt in zwei Plastiküten, eine Tüte könnte ja reissen. Nur wenn man darauf besteht, daß man keine Plastiktüte braucht, dann bekommt man die Sachen ohne diese mit einem verwunderten Blick des Verkäufers. Wenn Plastiktüten wie bei uns Geld kosten würden, würde das die Bevölkerung hier wohl in arge finanzielle Probleme stürzen oder dem Land eine ganze Menge Mühl ersparen.

Denn leider werden die Tüten (und sonstige Sachen) dann oft achtlos weggeworfen, egal ob dort ein Abfallcontainer ist oder nicht. Das Verständnis für Sauberkeit reicht oft nur bis zur eigenen Haustür (daheim ist alles blitzblank, schließlich zieht man sich vor der Tür die Schuhe aus und läuft barfuß im Haus). Laut dem Landesvater (Mentri Besar) von Selangor produziert jeder Malaysier 0.8kg Abfall täglich, im Klang Valley (dem Ballungsgebiet in dem auch Kuala Lumpur liegt) sogar 2,5kg täglich (in Deutschland 1,5kg per Person täglich - immer noch viel zu viel). In Selangor (dem bevölkerungsreichsten und modernsten aller Bundesstaaten) werden täglich 6000 Tonnen Abfall produziert. Dabei soll es sich zu 24% um Plastiktüten handeln!
Nach und nach setzt sich aber trotzdem ein Umweltbewußtsein durch, wenn auch immer noch auf niedrigem Niveau. Doch solange Plastiktüten fast nichts kosten und es keine Auflagen gibt, werden die Tüten bis auf weiteres weiterhin zum Alltag in Malaysia gehören wie das schwüle Wetter und mehrmaliges tägliches Duschen.

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1 Kommentare:

Am/um 15.2.08 , Blogger aLEx meinte...

Nicht zu vergessen die Ramadanmärkte. Man bekommt jeden Teil einer Mahlzeit (Soße, Reis, Teig, Fleisch) in einer eigenen Plastiktüte und alles zusammen noch einmal in einer Tüte. Da trinke ich doch gleich mal eine Vita Cola aus einem Plasikbecher! Schöne Grüße aus der Ersten Heimat in die Zweite. aLEx & Conni

 

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